November 2012



                                                  Zur Zeit keine Zeit für Schreibzeit !! !!

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Februar 2011


 Nachricht vom Verlag:

Der Text befindet sich noch im Umbruch,

wird bis Ende des Monats fertiggestellt,

kommt nach zweiten Korrektur Ende März zum

Druck.

Oktober 2010

Es gibt einen Verlagsvertrag für " Varia "

Näheres im Tagebuch!

Alexander Neugebauer, ein junger Künstler aus Gera, gestaltet das Buch mit seinen graphischen Arbeiten.

1. September 2010 

  "V A R I A" 

        hat einen Verlag gefunden dessen Konditionen ich 

gern akzeptieren  kann  !      

Juli 2010

Das Manuskript vom

„ ICH-BUCH "

ist bis auf einige Feinheiten fertig.

Es ist etwas anderes entstanden als geplant war.

Der Titel:

VARIA"

(Von allem etwas, beziehungsweise Verschiedenes )

Texte zum Nachdenken und Weiterdenken,
Texte zum Wundern oder Ablehnen.

Das Manuskript ist in seiner Rohform bereits in einem Verlag.
Ich habe aber noch keine Antwort.
Außerdem schaut zur Zeit ein guter Freund hinein.
Aber auch sein Urteil steht noch in den Sternen.

Wir werden sehen !?

Wenn es etwas Neues gibt,
erscheint es hier!

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2. November 2009 

Acht Wochen - und keinen Schritt weiter!!!

1. September 2009

Die ursprünglichen Gedanken ruhen erst einmal.

Das neue Buch wird wohl ein "ICHBUCH" werden.

Ein Buch für mich und vielleicht für meine Nachkommen

und slbstverständlich für alle,

die in die Tiefe einer anderen Seele blicken wollen.

Ein neuer Versuch Juni 2009

Das neue Buch beginnt wie folgt:

Stell dir vor, die Weltraumtechnik hätte einhundert oder zweihundert Jahre früher begonnenund du würdest deinen Urlaub auf dem Mond verbringen. Die Erde wäre Fußballgroß am Horizont zu sehen. So groß, dass du sie in die Hände nehmen könntest. Stell dir vor - ein Raumschiff brächte dich zum Mars und du sähest die Erde als kleinen Stern am Himmel. Stell dir vor, ein Raumschiff brächte dich in den Bereich des Alpha Centauri, unserem nächsten Fixstern. Dann wäre nur noch unsere Sonne zu sehen und die Erde wäre unsichtbar.

Dieser Gedanke erschüttert mich!

Denn ich weiß, dass da irgendwo im Raum etwas Wichtiges geschieht,

geschah und geschehen wird.

Irgendwo im Raum ...

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Was daraus wird? Fragst du?

Antwort:

"Wer oder was sind wir !?"

 "Wie sind wir?"

"Weshalb sind wir?"

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10.08.2009

Das alles sind nur Gedanken - ob sie sich zu einem Buch formen werden, ist immer noch unklar!

Oder - sagen wir - mitteilen möchte ich diese Gedanken schon, weil ich überzeugt bin, dass mehr oder weniger alle Menschen vor diesen Fragen stehen.

Nur - in welche Form kann ich sie kleiden, damit sie mitteilbar, lesbar und verständlich werden.

Das wird ein Experiment !

Schau ab und zu rein - vielleicht erfährst du dann schon mehr ...

Das Experiment ruht! 19. August 2009!!

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Ein neues Buch entsteht: ( Frühling 2007 )

März 2008

Das Manuskript ist fertig!!!


Prolog


Im Grundsumpf
- glossiert -

Was vom „Tausendjährigen Reich" übrig geblieben ist, gleicht einem Sumpf auf einem aber noch festen Grund, der ausgetrocknet und gesäubert werden muss, um aus den Resten geitiger und materieller Güter ein neues blühendes Land erwachen zu lassen. Der Grund ist noch da und - er könnte tragen. Statt aber die Selbsttrocknungs- (heilungs) kräfte zu aktivirern, werden unerprobte Theorien in den Sumpf gepumt, die den Morast nach einer vorübergehenden Klärung neu vergiften und so zäh machen, dass jede lebendige Entwicklung erstarren muss. Eine Theorie verhindert die einfachsten Wege einer Umkehr, denn sie nennt sich „wissenschaftlich" und man sagt: „sie ist richtig, weil sie wahr ist". Damit schließt sich der Kreis und jede Abweichung ist ausgeschlossen. Schon nistet sich Leben ein in den Schlam und passt sich an und fühlt sich wohl und beherrscht den Tümpel. Eine Reinigung wäre das Ende der Tümpelherrschaft ... Deshalb deckt man die Grube ab, vermauert sie fest, damit weder Sonne noch Wind noch reinigender Regen das „Paradies" der neuen Brut zerstören kann.

***





Vorwort

Die Frage, „WER WEM", als Schlagwort der SED Ideologen ist entschieden!

Weshalb ging die kommunistische Idee zugrunde, weshalb scheiterte die marxistische Theorie in der Praxis ... Wie beinflusste die kommunistische Diktatur die Menschen ...

Ich werde es in den folgenden Texten mehrmals wiederholen - das vorliegende Buch ist keine wissenschftliche Untersuchung über das Scheitern des Kommunismus, sondern der Versuch - Befindlichkeiten der Menschen im DDR Gebiet nachzuzeichnen; „Bilder" - die natürlich aus meiner subjektiven Sicht kommen. Absichtlich reihen sich scheinbar zusammenhanglose Episoden aneinander, weil sie in unterschiedlicher Form, Inhalt und Zeit letztlich doch zusammen gehören, so wie sich aus verschiedenen Einzelteilen ein Mosaik als Gesamtbild ergibt.

Also Kindheitserlebnisse, Schulerlebnisse, Widrsprüche zwischen Theorie und sozialistischer Praxis ... Aber auch persönliche Empfindungen, Sicherheitsgefühle, schizophrene Verhaltensweisen, Illusionen über den Sozialismus, geistige Verrenkungen, um nicht negativ aufzufallen, oder Karrierestreben einzelner Personen, aber auch Leid und Folter durch Stasi und Genossen werden ins Licht gerückt. Der Umgang mit der sozialistischen Zwangsideologie führte bei Menschen, die sich dem freien Denken verschrieben hatten, zu schizophrenen Verhaltensweisen, die mit etwas Glück, und wenn man dazu geeignet war - zu satirischen Empfindungen und Erlebnissen mutierten. Und genau das ist meine Absicht, diese inneren Entwicklungen aus vielerlei Richtungen zu beleuchten. Zeitsprünge sind dabei gewollt.

 Mit Schizophrenie meine ich selbstverständlich nicht die medizinisch definierte Geisteskrankheit, sondern, dass unter einer ideologischen Diktatur Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen nicht mehr als selbstgesteuert empfunden werden können. Wohl dem, der es lustig empfinden konnte, sich Vorträge anzuhören, die er nicht hören wollte, etwas sagen zu müssen, was er nicht sagen wollte, Handlungen auszuführen, die er nicht ausführen wollte. Nicht wenige Menschen sind daran zerbrochen ... .

Die ersten  Seiten  des Manuskriptes:

Bitte beachten - Der Schriftsatz ist beim Kopieren in ein falsches Format gekommen

Der Text ist im Original stärker gegliedert!

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Bürger der Deutschen Demokratischen Republik!

Wie stolz das klingt ! ?

Bürger der Deutschen Demokratischen Republik ...

Befreit von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen!

Ich, Just Neumann, gehöre als gelernter Maurer zur herrschenden Klasse, zur Arbeiterklasse. Die Arbeiter und Bauern ermöglichen mirein Studium zum Bauingenieur und zum Berufsschullehrer, ich darf meinen Ehrendienst bei der Nationalen Volksarmee leisten und sichere Grenzen schützten mich vor feindlichen Einflüssen. Ich lebe in Sicherheit und in einem Land, in dem es keine Arbeitslosen gibt. Alles Glück der Welt ist zu uns gekommen, zu uns Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik. Und zur "WENDE" holen wir uns schnell und freudig fünfzig D Mark West und verwandeln sie in Apfelsinen, Bananen, Kaffee, Wein und Zigaretten ...

Das erste Mal im Kapitalismus! Da können wir bei unserer Rückkehr in die DDR erzählen, bevor sie Geschichte ist. Nun, liebe Leserinnen und liebe Leser, ich bin also "gelernter DDR - Bürger"

Was halten Sie davon? Nichts? Das ödet Sie an? Immer wieder das gleiche Thema - Mauer, Stasi, rote Fahnen? Nein! Das meine ich nicht. Im Gegenteil Ich habe sehr lange überlegt, wie man dieses langweilige und trotzdem aus schrillen Dissonanzen bestehend Konzert des real existierenden Sozialismus nachklingen lassen kann. Vielleicht - indem ich mit Ihnen ein bisschen erzähle. Wenn Sie zwischen Ostseestrand und Erzgebirge aufgewachsen sind, wird Ihnen manches bekannt vorkommen. Sie werden vielleicht schmunzeln und sagen - ja so war es tatsächlich. Oder - Sie werden mich verachten, weil ich etwas verhöhne, an das sie geglaubt haben und was für Sie wichtig war. Andere sagen vielleicht: "Das ist auch so einer, der von den Stasi-Gefängnissen und den Opfern dieses Regimes nichts wissen will. Nun - wie es auch sei ... Ich weiß nicht, ob Sie der Schuh an der gleichen Stelle gedrückt hat wie mich. Ob Sie vielleicht dort, wo ich Blasen bekam auf weichem Rasen wanderten oder Gewissensqualen hatten, wenn ich über unsinnige Theorien lächeln konnte und mit Kopfnicken mich abschirmte. Interessant wird es eventuell, wenn junge Menschen mein Buch in die Hand nehmen. Ich denke, die heute Zwanzigjährigen werden kaum verstehen, was ich meine. Aber auch ihr in diesem beneidenswerten Alter habt Vorstellungen vom Arbeiter- und Bauernstaat - aus Erzählungen der "Alten", der Schule, aus Filmen, Büchern und vor allem von nostalgischen Träumern, die immer wieder erzählen, wie sorgenfrei das Leben war ... Oder auch von hasserfüllten Opfern dieses Regimes, die von Gefängnissen, Gewissensterror und Schießbefehl reden. Andere schweigen! Sie schämen sich aus irgend einem Grund und sprechen nicht über ihre Vergangenheit. Wieder andere wandeln sich nach der Wende blitzschnell vom Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes zum Versicherungsvertreter mit Aufstiegschancen in die Chefetagen. Plötzlich erklärten sie das neue Regime wie zuvor das alte. Da wunderte sich mancher langsame DDR-Bürger. Er muss annehmen, er habe etwas falsch gemacht, weil er weder SED-Genosse war, noch hurra geschrien hat, als Helmut Kohl die blühenden Landschaften verkündete. Und schon hat er wieder den Anschluss verpasst. Ja - meine jungen Leserinnen und Leser: Ist doch alles recht verwirrend.

Oder?

Liebe Schwestern und Brüder jenseits von Stacheldraht und Mauer, was ging in eueren Köpfen vor, wenn ihr an die armen Verwandten in der Ostzone dachtet? Gut - ein Dankeschön sind wir euch schon schuldig für Westkaffee, Westzigaretten, Westautos, die wir uns hin und wieder ansehen durften. Für die Westnachrichten, für Westfernsehen ... Oder - in den fünfziger Jahren - für die freundlichen Aufforderung vom Londoner Rundfunk: "Schreiben Sie uns, wo immer Sie sind, Briefe ohne Unterschrift!" Nun habt ihr uns. Etwa siebzehn Millionen arme Verwandt, zumindest aber Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, Schwestern und Brüder, die nach Öffnung der Grenze in Scharen mit ihren stinkenden Pappkisten bei euch einfielen, denen ihr in den ersten Tagen die Hände schütteltet, liebevoll die Trabi - Dächer streicheltet, Blumensträuße überreichtet ... Die Tränen in den Augen von manchem Zeitgenossen waren echt! Wirklich!! Das darf nicht vergessen werden! Als ich das Wunderland "Westen" zum erste Mal betreten durfte, war ich fast fünfzig. Trotzdem kamen mir wie einem Kind bei der Weihnachtsbescherung Tränen in die Augen. Die bunt glitzernde, klingende Welt betörte meine Sinne. Selbst das Grün der Wiesen war grüner, die Luft angenehmer, die Städte sauberer und heller, die Menschen offener und freundlicher - ich war im Wunderland meiner Träume. Doch - es gab noch mehr Überraschungen ... Eine gut aussehende Dame aus bürgerlichen Kreisen fragte uns, ob die Frauen in der Ostzone immer noch von den Russen vergewaltigt würden. Ich wunderte mich! Mein Wunderland hatte ein Fragezeichen bekommen. Wenn auch nur einen ganz kleines. Aber es forderte meine Aufmerksamkeit .... Im weiteren Gespräch wurden wir gefragt, ob wir im Osten auch Toilettenpapier hätten und etwas zurückhaltend interessierte sich die Dame, wie die Frauen gewisse Hygieneprobleme lösen würden, da es doch alles, was man dazu benötigt, nicht gebe ... Langsam verstand ich, dass die Glitzer-Welt auch skurrile Seiten hatte und die Dame wird wohl gespürt haben, dass auch wir normale Menschen waren. Nun, meine Freunde aus Bayern oder Hessen, da hatten wir uns was vorgenommen, uns gegenseitig zu verstehen. Und ich hoffe, dass mein Buch die Dunkelheit etwas erleuchtet, den armen Osten und die Glitzer-Welt ein bisschen in reales Licht rückt. Vor allem aber möchte ich über mich, über meinen DDR-Alltag, über das Land, in dem von Ausbeutung befreite Menschen lebten, sprechen. Also - auf geht ´s! Beginnen wir in meiner frühen Kindheit: Im zarten Alter von sieben Jahren wird mein Weltbild von zwei Begriffen geprägt. Erstens von einem Scheiß-Haufen ( Entschuldigung, wenn Ihnen dieser Ausdruck zu vulgär ist, aber dieses Wort ist mir genau so in Erinnerung geblieben). Und zweitens von herabhängenden Schinkenscheiben. Den ersten "Begriff" hatte ein Bauer aus einem nahliegendem Dorf auf den Tisch gesetzt und einen Zettel daneben gelegt mit den Worten: Mein letztes Soll! Diesen Gruß hatte er zurück gelassen, bevor er bei Nacht und Nebel ins Wunderland Westen geflüchtet war. Jedenfalls wurde die Geschichte damals so erzählt und ich nahm sie begierig auf. Die Geschichte von den herabhängenden Schinkenscheiben hörte ich so: Ein Bettler im amerikanischen Sektor von Berlin hätte in eine Semmel gebissen, die mit so viel Schinken belegt gewesen wäre, dass der Schinken zwischen den beiden Hälften des Brötchens herausgequollen sei. Der Gedanke an dieses Schinkenbrötchen beeindruckte mich bald noch mehr als der Haufen auf dem Tisch, denn richtigen Schinken hatte ich damals noch nicht gesehen. Die beiden Bilder hatten sich schnell in mein Unterbewusstsein geschlichen und prägten meine Vorstellungen vom satten, goldenen Westen und vom öden, hungernden Osten. In der Schule hörte ich, dass in Westberlin die Amerikaner zusammen mit der Stumm Polizei auf Menschen einschlügen, weil sie für den Frieden demonstriert hätten und zu Hause wurde erzählt, die Amerikaner würden Schokolade verteilten. Meine Lehrerin behauptete, die Amerikaner würden Kartoffelkäfer abwerfen, um unsere Ernte zu vernichten. Danach wurden wir auf die Felder geschickt, um die Kartoffelkäfer wieder einzusammeln. Ich kann mich aber nicht entsinnen, jemals so einen Käfer gefunden zu haben. Immerhin - wir tauschten das muffige Schulhaus mit der frischen Luft auf den Feldern. Den Jungen Pioniere in der Sowjetunion würde in den Pionierpalästen an weiß gedeckten Tischen das Mittagessen serviert und nachmittags könnten sie in den Palästen singen, malen, forschen und spielen. So jedenfalls erzählte es Fräulein Schmidt. Von zu Hause wusste ich aber, dass es in Russland liederlich wäre, die Menschen in den Dörfern in halb kaputten Katen hausten und Äpfel klein und grün wären. Fräulein Schmidt meinte aber, in der Sowjetunion würden Äpfel so groß wie Kürbisse gezüchtet und Weizen mit drei Ehren und Wald-Schutz-Streifen machten Wüstenland zu fruchtbarem Boden. So wurde mir irgendwann klar, dass Russland und Sowjetunion zwei verschiedene Länder sein mussten. Liebe Leserinnen und Leser, die unglaublichen Geschichten mit den Kürbis großen Äpfeln und den drei Ähren an einem Halm und andere kuriose Erzählungen habe ich so, wie ich sie aufgeschrieben habe, gehört. Fräulein Schmidt hat sie uns mit Begeisterung und glänzenden Augen erzählt. Vielleicht sollte ich heute mit der Lehrerin etwas Nachsicht haben. Sie war noch so jung, aus irgend einem Nichts zur Neulehrerin erhoben worden und ich nehme mit Sicherheit an, dass ihre Vorfahren Kommunisten waren. Denn damit hatte sie damals alle Voraussetzungen für eine Lehrerin. Väterchen Stalin verehrte sie so sehr, dass sie am 5. März 1953, als Stalins Tod bekannt gegeben wurde, während des Unterrichtes weinte und schluchzte. An diesem denkwürdigen Tag war ich schon in der fünften Klasse und so zu sagen - politisch gebildet. Der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (kurz Rias), der Londoner Rundfunk, die demokratische, aber etwas nachkriegsverwirrte Einstellung meiner Familie hatten den politischen Erziehungsbemühungen der Schule erfolgreich Paroli geboten. Also - sollte sie ruhig weinen und schluchzen, denn ich wusste, dass Stalin ein Diktator war, der viele Menschen auf dem Gewissen hatte. Mein Vater glaubte nun, dass nach Stalins Tod eine neue Zeit anbrechen würde. Die neue Zeit kam erst 40 Jahre später. Leider hat er sie nicht mehr erlebt. Nach und nach hatte ich gelernt, dass man zu Hause alles sagen durfte, aber in der Schule nur einiges davon und oft das Gegenteil, von dem was zu Hause gesagt oder getan wurde. Und außerdem - man brauchte nicht alles glauben, was man in der Schule hörte. Mit der Zeit bekam ich ein sehr feines Gespür, in der Schule das zu sagen und so zu reden, wie es verlangt wurde. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass Fräulein Schmidt sagte: "Neumann wird sowieso mal ein Verbrecher." Das hatte natürlich einen Hintergrund: Ich war kein Junger Pionier! Und Fräulein Schmidt behauptete, wer nicht zu den Pionieren geht ist auch kein richtiger Mensch. Nun - meine Eltern hatten mir verboten, zu dieser kommunistischen Kinderorganisation zu gehen. Meine Mitschüler aber - wollten alle richtige Menschen sein und traten einfach ein. Das ging sehr einfach: Man brauchte nur seinen Namen in ein kleines Heftchen schreiben, das Ausweis genannt wurde, und schon war es geschehen. So weit ich mich entsinnen kann, war ich vorerst der einzige Nichtpionier ... Irgendwann fragte aber niemand mehr danach, ob ich meinen Namen in ein Heftchen geschrieben hatte - und ich bekam auch ein blaues Halstuch, wie alle anderen. Ich war sehr stolz, als meine Mutter zu einer bekannten Frau sagte: "Nein, nein, da brauchen sie keine Bedenken haben, der weiß schon Bescheid." Nun, die Frau hatte im Gespräch mit meiner Mutter etwas Verbotenes gesagt. Genau weiß ich es nicht mehr. Aber ich glaube sie hatte über einen Bauern gesprochen, den man verhaftet hatte, weil er nicht in die LPG eintreten wollte und das sogar öffentlich in der Dorfkneipe erzählt hatte. Ich wusste tatsächlich, dass ich über das Gehörte nicht sprechen durfte. Zumindest nicht in der Schule oder fremden Menschen gegenüber. Und darauf, dass ich das schon wusste, war ich sehr stolz! Mir war also genau wie den Erwachsenen klar, worüber man reden durfte und worüber nicht und was unbedingt zu verschweigen war. Zum Beispiel - was abends in unserer Wohnstube geschah. Selbst meinen besten Freunde durften nicht erfahren, dass Vater ab zwanzig Uhr mit stoischer Geduld am Rundfunk saß, um aus den grässlichen Störgeräuschen einige Nachrichten westlicher Sender zu erhaschen. Das war 1939 so - meinen Sie? Mag sein ... Aber ich spreche von den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Ja - so wachse ich heran mit einem feinsinnigen Gespür für Erlaubtes und Unerlaubtes und empfinde es ganz normal, dass Unerlaubtes, zum Beispiel Westsender hören, richtig und spannend ist, dass man in der Schule aber sagen muss, dass wir keine Westsender hören und das wiederum - empfinde ich noch spannender, denn wir hören sie ja doch und das fast ausschließlich. In dieser Zeit entsteht meine zweigeteilte Welt. Teil eins ist die reale Welt, in der man sagen darf, was man denkt. Teil zwei dieser Welt ist auch sehr real, weil ich ja täglich in ihr lebe. Allerdings ist dieses Realität irgendwie unecht; irgendwie - gespielt vielleicht... Und irgendwie unecht und verworren erlebe ich als zwölfjähriger Junge auch den 17. Juni 1953. Ich weiß nicht mehr genau, was ich zuerst höre, aber die Stimmung im Haus ist aufgekratzt und voller Spannung. Die Arbeiter streiken ohne Streikrecht, sie demonstrieren ohne Demonstrationsrecht, sie marschieren in Berlin auf die Ministerien zu - bald werden die Amerikaner kommen mit ihren Panzern und Schokolade verteilen ... Ich halte es im Hause nicht mehr aus, muss in die Stadt und sehen, die Streikenden, vielleicht schon die Amerikaner, vielleicht hängt schon eine neue Flagge am Rathaus ... Endlich kommt Spannung in mein eintöniges Leben und - die größte Hoffnung ist - dass meine Lehrerin nicht mehr in die Schule darf, weil sie Kommunistin ist und mich beschimpft hat. In der Stadt ist alles ruhig. Leute kommen und gehen an mir vorbei, am Rathaus hängt die rote Fahne, Pferdekutschen und alte Autos holpern über Zittauer Straße, keiner scheint sich um das Große, was auf uns zukommt zu kümmern. Ich bin enttäuscht, gebe aber nicht auf und gehe dort hin, wo die großen Fabriken sind. Und da - ich sehe es schon vom Weiten - im Fabrikhof stehen viele Menschen und auf einem provisorischen Podium steht ein Redner und schreit in ein Megaphon. Endlich denke ich - jetzt geht es los. Ich renne die letzten Meter, um zu verstehen. Vielleicht sind die Amerikaner bald da. Am Zaun des Hofes angelangt presse ich meinen Kopf gegen die Zaunslatten. Ich will alles sehen, vor allem alles verstehen. Die Leute stehen stumm herum. Warum sind die nicht begeistert? Es geht doch los!? Der Redner schreit immer noch in die Blechtute und ich versuche den Inhalt seiner Worte zu verstehen. Aber seine Stimme krächzt, schnappt über und die einzelnen Satzfetzen, die an mein Ohr dringen, versetzen mich in Staunen. Ich höre immer etwas vom Klassenfeind, vom Sozialismus, von der ruhmreichen Sowjetarmee und davon, dass alle wieder an die Arbeit gehen sollen und anderes, was mich mächtig durcheinander bringt. Das kenne ich schon von meiner Lehrerin, das ist doch nicht neu und warum geht es nicht los? Meine Euphorie versickert langsam und bald geht mir ein Licht auf. Die Revolution in Löbau, meiner Heimatstadt, ist schon vorbei. Ich gehe verwirrt nach Hause. Hier ist die Revolution noch in vollem Gange. Der Rias berichtet von sowjetischen Panzern, die gegen die unbewaffneten Arbeiter vor gehen. Verletzte gibt es, Tote ... Jetzt müssen die Amerikaner kommen, da sind sich alle einig im Haus. Es wird erwogen, beratschlagt, gehofft! Kurzen Prozess sollen sie machen, den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Ja - es wird Krieg geben, aber besser als unter den Kommunisten leben ... Die Frauen sind anderer Meinung - keinen Krieg, bloß keinen Krieg ... Dann lieber unter den Kommunisten leben. Aber die Männer hören nicht darauf. Sie entwerfen strategische Kampfpläne für die Amerikaner. Bis zu Deutschlands Ostgrenzen sollen sie vordringen und dann Halt und die Grenzen sichern. Die Polen und Tschechen können sie den Russen überlassen. Am nächsten Tag sind die Amerikaner immer noch nicht da. Die Straßen in Ostberlin sind leer, die Arbeiter, soweit nicht verhaftet, wieder an der Arbeit und in der Löbauer Preußkerschule erzählt Frl. Schmidt wieder vom Wunderland Kommunismus und von dem Putschversuch der Imperialisten und Kriegstreiber, den die Arbeiter an der Seite der heldenhaften Sowjetarmee verhindert hätten. Weinige Jahre später strahlt aus der ungarischen Volksrepublik ein neues Licht. Am 23. Oktober 1956 gehen in Budapest die Menschen auf die Straße und erheben sich gegen die sowjetische Vorherrschaft im Lande. Die folgenden Tage sind spannend. Die Westsender berichten über Details - auch noch, als die Rote Armee mit Panzern gegen die schlecht bewaffneten Arbeiter vorgeht: Unbewaffnete Arbeiter springen auf Panzer und zerren die Besatzung aus dem Turm ... Hier und da soll es zur Verbrüderung sowjetischer Soldaten mit den Aufständische gekommen sein. Ich bin 15 Jahre alt, voller Illusionen und denke wieder einmal - jetzt geht es los. Endlich! Ich bin vom Radio nicht wegzubringen. Spannung! Ich fiebere mit. Aber die Arbeiter sind chancenlos. Über Radio Freies Europa werden Aufrufe des ungarischen Ministerpräsidenten Imre Nagy an die Westmächte gesendet: „Kommt uns zu Hilfe!" Die Westmächte denken nicht daran. Die Suez Krise beschäftigt sie zu sehr und außerdem wäre das der Beginn eines dritten Weltkrieges gewesen. Zweitausend fünfhundert Tote auf der Ungarischen Seite siebenhundertzwanzig Tote Soldaten der Roten Armee ... Das war es dann! Die sowjetischen Truppen beherrschen wieder das Land. Eigentlich will heute keiner mehr etwas von diesen Hysterien, diesen Seiltänzen und Schizophrenien wissen!! Gerade das aber reizt mich, nachzufragen, warum das so ist. Weshalb DDR in vielen Ohren muffig klingt - in manchen vielleicht aber wie Musik. Nun - Seiltänzer tanzen auf einem schmalen Seil. Ein bisschen daneben - schon stürzt er ab. Man muss das lernen, schon von Kindheit an, möglichst schon als Kleinkind, im Kindergarten. Die Grundübungen sind wichtig! Zum Beispiel - das Seil auf den Fußboden legen und spielerisch mit den kleinen Füßchen darüber tapsen... Vielleicht! So stelle ich mir das vor, um die Balance zu üben. Ich selbst habe das noch nie probiert! Aber den Balanceakt im Gehirn kenne ich - spätestens seit dem ersten Schuljahr. Üben, üben, üben... Übung macht den Meister: Kapitalismus sieht grau aus - auf jedem Bild! Bilder von 1920, schwarz-weiß, Arbeiter demonstrieren, die Polizei schießt - die Bilder schon etwas vergilbt und im Schulbuch abgedruckt. Daneben - Bilder von der Stalinallee in Ostberlin oder vom Roten Platz in Moskau - hell, freundlich, Grünanlagen, in denen Menschen spazieren gehen und farbig gut getroffen - viele rote Fahnen. Glück und Freude spricht aus den Bildern. Das sind die Grundübungen! Sie müssen ins Unterbewusstsein - dort ruhen und arbeiten. Kapitalismus ist grau und dumpf - Sozialismus hell und klar! Ja, das ist es - das Unterbewusstsein muss geformt werden, damit der Balanceakt auf dem Seil in Fleisch und Blut übergeht und der Artist nicht mehr das Gefühl hat, auf die Balance achten zu müssen. Von Radio Luxenburg aber klingen Schlager und schleichen in die Ohren und Camillo spricht mit schmeichelnder Stimme. Das Land „Westen" singt und klingt in den Ohren der Heranwachsenden. Das Erste Deutsche Fernsehen strahlt über die Grenzen, zeigt den „Kudamm" großstädtisch und bunt, zeigt Bonn am Rhein und Urlaub in bella Italia und im Radio klingt: „Komm ein bisschen mit, nach Italien, komm ein bisschen mit ans blaue Meer ..." Das lenkt ab! Das ist gefährlich! Die künftigen Artisten vergnügen und amüsieren sich, vertreiben sich die Zeit mit oberflächlichem Tand und werden den „Seiltanz" nie beherrschen. Am Ende glauben sie den Verführern und werden unbrauchbar oder noch gefährlicher - sie sagen dem Seiltänzer-Akt adieu und laufen über ... Die Zirkusdirektoren können das nicht zulassen und erfinden ein einheitliches System der sozialistischen Bildung und Erziehung. Dieses System ist durchdacht von A bis Z, lässt keine Lücke und setzte vor jede selbständige Regung eine Grenze. Dieses System ist starr und unerschütterlich. In dieses System wird jede menschliche Regung einbezogen, bearbeitet bis sie verstummte, jeder Gedanke ist festgelegt, Toleranzen zwischen Plus und Minus auf Null gezogen, Unterhaltung und Kunst genau formuliert, die Begriffe Demokratie, Freiheit, neu definiert und am Ende soll die allseitig gebildete sozialistische Persönlichkeit stehen, der perfekte Seiltänzer, der weder nach links oder rechts schaut und auch nicht mehr schauen will, weil er dabei abstürzen würde. Mit diesen Persönlichkeiten kann die SED geradeaus marschieren. Immer weiter, immer weiter - links und rechts steht eine Wand - zum Schutz vor Schmutz, vor Camillo von Radio Luxemburg, vor bella Italia, vor Ideen, die nicht in der Parteipresse der SED stehen Fest vermauert ganz aus Stein steht der Staat nun eingerahmt, um den Schmutz aus Feindeslanden abzuwehren, weg zu kehren, Sauberkeit ist hier gefragt,. Sicherheit und klare Linien ....
Erstaunlicher Weise werden die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik von der SED als "Unsere Menschen" bezeichnet. Ich finde das interessant - denn wer hat schon eigene Menschen? Bauern und Viehzüchter haben eigene Tiere. Viele Leute haben einen eigenen Hund, eine eigene Katze, eigene Fische, eigene Pflanzen ... "Unser Hund bellt nachts, wenn sich jemand dem Grundstück nähert!" "Unsere Kühe geben ausreichend Milch für den Eigenbedarf ...." Aber: "Unsere Menschen? Unsere Menschen steigern die Arbeitsproduktivität und bauen den Sozialismus auf ... " Für wen? Für uns? Für die Genossen? Für die Parteisekretäre? Für das Zentralkomitee ? Unsere Menschen? Wem gehören sie denn, diese Menschen ? Nein, das ist natürlich anders gemeint. "Unsere Menschen" das ist so etwas wie eine Metapher. Natürlich gehören die Menschen nicht uns. Und "uns", wer ist das. Das sind doch wir! Oder vielleicht doch nicht? Aber Sklavenhalter hatten eigene Menschen! "Unsere Sklaven arbeiten auf den Baumwollfeldern und wir behandeln sie gut. Damit sie körperlich kräftig und gesund sind, bekommen sie ausreichend Nahrung und Sonntag dürfen sie sich ausruhen. Dann können sie besser arbeiten. Vor allem legen wir Wert darauf, dass alle am sonntäglichen Gottesdienst teilnehmen, damit sie Ehrfurcht bekommen, vor Gott und ihrem Herren. Nun, liebe Leserinnen und Leser, ich sehe schon wie Sie und Sie und Sie den Kopf schütteln, das Buch nun endgültig beiseite legen. Schade! Wir, Sie und ich und alle anderen, sind doch die "allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten". Vorausgesetzt allerdings, Sie haben mindestens acht Jahre lang die sozialistische Schule genossen, haben im Fach Staatsbürgerkunde oder Gesellschaftswissenschaft die Grundlagen des Sozialismus und die Geschichte der Arbeiterklasse studieren dürfen und sich später im Prozess der Arbeit, in Versammlungen und im Parteilehrjahr weitergebildet. Denn - wir durften alle am Parteilehrjahr teilnehmen. Das war nicht nur Privileg der Genossen! Thema eines Parteilehrjahres, von dem ich berichten möchte, war die Losung: - "Überholen ohne einzuholen" - Der Genosse Walter Ulbricht hatte sie 1959 in die Welt gesetzt. Der unverständliche Inhalt dieser Worte "überholen ohne einzuholen" machte manchen Genossen Kopfzerbrechen, denn er musste diese Metapher oder vielleicht besser, Worthülsen, je nach seiner Funktion im Parteigefüge, seinen untergebenen Genossen erklären, damit diese wiederum ihren untergebenen Genossen und Kollegen den Inhalt erläutern konnten. Zweifel an der Richtigkeit und an einem hohen philosophischen Inhalt dieser Worte durfte es nicht geben, denn sie waren ja vom ersten Sekretär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und somit vom mächtigsten Mann der Deutschen Demokratischen Republik geprägt worden. Freilich war es schwer, einem einfachen Arbeiter diesen komplizierten Zusammenhang verständlich zu machen, da man doch noch in höchster Parteiebene darüber diskutierte, wie der Inhalt zu verstehen sei. Ein Kraftfahrer meinte, das würde nicht gehen. Wenn er jemand überholt, dann müsste er denjenigen, den er überholen will, erst einholen. "Ich weiß nicht", sagte er während des Parteilehrjahres, „wie das gehen soll." Der Genosse Seminarleiter nickte zustimmend mit dem Kopf, lächelte verständnisvoll und sagte: "Ja, Genosse, dass ist sehr schwierig. Wir müssen da alle an uns arbeiten und", da machte er eine Pause und schaute in die Rund, "und", wiederholte er, "wir müssen vor allem noch intensiver die Klassiker studieren." Da nickten einige Genossen mit dem Kopf, andere lächelten etwas verschämt und der Seminarleiter schaute mich an und sagte: "Just, du warst doch Lehrer, du müsstest dem Genossen Kraftfahrer die Zusammenhänge doch verständlich erklären können." Alle Augen richteten sich nun auf mich. Nun ja - ich war Lehrer gewesen, hatte Betriebsökonomie gelehrt, zum Beispiel die ökonomischen Gesetze des Sozialismus analysieren und erklären müssen und hatte manch anderen blumigen Wortschatz der sozialistischen Ökonomie an den Mann gebracht, aber Walter Ulbrichts Worte waren auch für mich zu kompliziert. Also sagte ich: "Wir müssen uns im Klaren sein, dass der Aufbau des Sozialismus unter den komplizierten Bedingungen der ständigen Störversuche des Imperialismus und bei der Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft in seiner Vielschichtigkeit ganz besondere Maßnahmen erfordert. Zum Beispiel die ständige Steigerung der Arbeitsproduktivität unter Ausnutzung aller ökonomischen Gesetze des Sozialismus. Nur so können wir den Kapitalismus überholen." Als ich den langen Satz beendet hatte, wusste ich nicht mehr genau, was ich gesagt hatte. Die Worte waren mir einfach gekommen, weil sie so ähnlich überall zu lesen und zu hören waren. Ich hatte wohl das Talent, etwas zu sagen, ohne etwas zu sagen ... Aber der Seminarleiter klatschte Beifall und einige andere auch. Anton, ein guter Freund, grinste, er hatte mich verstanden. Das Problem schien geklärt. Geitner, übrigens auch ein Genosse,fragte den Seminarleiter, warum es seit Jahren keinen Pflaumenmus gibt. Er würde ihn so gerne essen. Der Seminarleiter wechselte mehrmals die Gesichtsfarbe beherrschte sich aber und entgegnete: "Ja, Genosse Geitner, du hast doch soeben gehört, dass wir uns in einem komplizierten Prozess bei der Durchsetzung ökonomischen Gesetze des Sozialismus befinden." Der Genosse Geitner schüttelte den Kopf und sagte: "Naja gut - aber deswegen kann es doch Pflaumenmus geben ..." Er schaute dabei siegesbewusst in die Runde und auch zu mir. Warum es keinen Pflaumenmus gab wusste ich auch nicht. Die Pflaumenernte vom letzten Jahr war jedenfalls gut. So - nun habe ich mich wohl etwas verplaudert und das "Überholen ohne einzuholen" ist etwas in den Hintergrund getreten. Aber - mit "Unseren Menschen" und Genossen, die sich trotz sozialistischer Bildung über fehlenden Pflaumenmus aufregen, kann man den Sprung beim "Überholen ohne einzuholen" kaum schaffen.

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Hurra!

Die erste Fassung von 

"Madlen"

 ist fertig!!!!

Nun kommt die "Knochenarbeit":

Lesen, lesen, lesen, berichtigen, streichen, ergänzen, verändern ...

Vor allem: STREICHEN!! Die "Schnulzen" müssen weg ...

Immerhin -  traurig ist die Geschichte .

Armes Mädchen - tust mir leid ...

Madlen sucht nach der wahren Liebe ...

Jedenfalls ist das bis jetzt der Grundgedanke meines neuen Romanes.

Ich bin bei Seite 28 und Madlen verliebt sich in einen Beamten des Suchdienstes ...  Um Madlens Vater scheint es ein Geheimnis zu geben. Sie kennt ihn nicht und sucht ihn über das Rote Kreuz. Der junge Beamte ist sehr nett ...

Ich bin gespannt, wie es weiter geht und werde in Abständen darüber berichten!!

So, nun bin ich in einer Sackgasse. Oder vielleicht auch an einer Kreuzung, von der aus alle Wege in eine Sackgasse führen. Von diesem Punkt aus könnte es ein Krimi werden. Das ist aber nicht mein Ziel. Mich interessiert viel mehr das menschliche Wesen in den Widrichkeiten und Freuden des Lebens und nicht so sehr, wer der Täter war ....

Der Weg ist wieder frei!

Neue, wahrscheinlich aus dem Unterbewusstsein kommende Gedanken, ergeben ein ganz neues Bild.

Ich versuche mich in die Lage meiner Romanfiguren zu versetzen und frage mich, wie ich in dieser oder jener Situation handeln würde. Oft verhalten sich meine Figuren anders, als ich es mir zutrauen würde. Ich lerne somit das Seelenleben anderer Menschen kennen.

Verrückt - nicht? Aber ich glaube, es ist etwas dran ....

Immer neue Wege tun sich auf ... 

Welche Rolle wird Madlens Vater spielen? Ist es überhaupt Madlens Vater? Ich weiß es noch nicht. Die Konstellation beider Personen ist mir noch nicht klar. Wie verhält sich ein Mensch nach achtzehnjähriger Haft, wenn er wieder in Freiheit ist? Und wie wird sich Madlen verhalten, wenn sie erfährt, dass ihr Vater aus dem Gefängnis kommt?

Madlens Suche nach Geborgenheit und Liebe wird erneut enttäuscht.

Sie weiß immer noch nicht, wer ihr Vater ist. ( Ich allerdings weiß es inzwischen ) Irgendwann muss es Madlen erfahren.

Wie wird sich Tante Hedwig verhalten, von der Sie, lieber neugieriger Leser, noch gar nichts gehört haben ...

Jetzt ist der Roman bei Seite 74 (Ich habe keine Ahnung ob es noch hundert oder zweihundert Seiten werden)

Außerdem ruht sich der Roman jetzt aus - die Ereignisse haben sich verstrickt, irgendwie zu einem Knoten, der erst gelöst werden muss ... 7.12.06

Der Knoten beginnt sich zu lösen !!!

20.12.2006

21.12.2006

Es geht weiter und das ganz zügig.

Ich habe eine neue Arbeitsmethode!

Ich schreibe wild darauf los ohne Rücksicht auf Orthographie oder Interpunktion. So kann ich mich ganz auf den Inhalt und mein Gefühl konzentrieren. Bisher wollte ich alles sofort perfekt machen.

Ein Deutschlehrer würde sich wundern!!

Aber keine Angst, es kommt alles in die rechte Form!

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4. Februar!

Ein ganz entscheidender Tag!

Der neue Roman findet plötzlich einen Abschluss!!

Einen traurigen Abschluss!

Eigentlich  hätte ich gern gesehen, dass Madlen glücklich wird. Aber das Gegenteil tritt ein ...

Woran das liegt, kann der Leser selbst herausfinden ...

Armes Mädchen - tust mir leid ...

Freie Deutsch Jugend bau auf.

Für eine bessere Zukunft

bauen wir die Heimat auf ..."

(Zitat Ende)